
Lange ist es her, dass ich das letzte mal bei einer RTF am Start stand, um mitzufahren. Um genau zu sein,
war es in Buchholz letztes Jahr im Mai. Nach den Cyclassics nun war ich endlich wieder begeistert
vom Radfahren und eine RTF-Teilnahme war auch nur noch ein Frage der Zeit. So kam es, dass ich
an ebenjenem Morgen des 5. September nach Wedel hetzte. Viel zu spät war ich erwacht
(den Wecker zu stellen, ist eine verantwortungsvolle Aufgabe), verpasste somit den Trupp meines
Vereins, der ebenfalls zu Start rollen wollte und reiste folglich in Eigenregie an.
Glücklicherweise noch rechtzeitig.
Über das Wetter konnte heute ja wohl kaum einer meckern. Sonne von Anfang bis Ende, nach der Frische
des Morgens sehr angenehme Temperaturen, höchstens etwas zu viel Wind kann man zugestehen, aber
welchen Norddeutschen brächte das schon aus der Fassung? Nachdem der erste Heizblock am Start von
dannen gezogen war, gliederte ich mich mit Frank und Georg aus meinem Verein in eine größere Gruppe

ein. Der Kösterberg trennte uns kurzzeitig, aber wir kamen wieder zusammen. Im Klövensteen gab es
die üblichen unvermeidlichen Probleme, die die engen Wege dort nun einmal mit sich bringen.
Insbesondere als einer Reiterin vor uns beinah das Pferd durchging, war Vorsicht geboten. Wir
schoben uns im Schritttempo ganz rechts am Rand vorwärts. Erst ab Waldenau wurde es flüssiger.
Doch da merkte ich auch, dass ich die angepeilten 110 Kilometer in diesem Tempo nicht ohne weiteres
durchstehen würde. Bis zur Appener Kontrolle fuhr ich mit, danach verabschiedete ich mich von meinen
Kollegen und machte nach einer kurzen Stärkung alleine weiter.
Mit folglich gebremsten Schaum erreichte ich dann auch die zweite Kontrolle in Lieth. Zum Ende war
ich dankbar gewesen, dass mir eine große Gruppe etwas durch den Gegenwind um Elmshorn herum half.
Wie es nach Lieth weiterginge, wusste ich noch nicht, machte da erneut eine schöne Pause und
korrigierte meinen etwas verzogenen Sattel. Et voilà: Wie der Zufall es wollte, hatte ich ab da meine
Gruppe bis zum Ende. Mit Helmut, Matthias und weiteren HFS-Forumsmitgliedern ging es auf den

zweiten Teil der Schleife. Das Tempo war mir sehr angenehm und da man in netter Gesellschaft ja auch
immer etwas zum plaudern kommt, verging die Strecke fast wie im Flug. Ab Klevendeich mussten wir nochmal
ein bisschen arbeiten. Mathias und ich waren grad in die Führung gegangen als die Strecke voll in den
Gegenwind drehte. Mit nahezu krampfenden Beinen biss ich mich durch dieses Teilstück. Mein Ego
diktierte mir, jetzt durchzuhalten und nicht gleich wieder rauszugehen.
Es war nicht umsonst. Denn auch hiernach erreichte ich noch wohlbehalten das Ziel und fühlte mich
gut. Erledigt sicher etwas, aber dennoch gut gelaunt. Das RTF-Fahren hat mir wirklich gefehlt.
Und heute war ein Musterbeispiel, das zeigte, warum ich daran so viel Spaß habe. So darf es weitergehen.
Ich bleibe dabei.